Erlebnispädagogik im Chinderhuus
Die erlebnispädagogische Arbeit ermöglicht uns,
mit den stetigen Wechseln der Kindergruppe gezielt auf
gruppendynamische Prozesse Einfluss zu nehmen. Kinder, welche
sich in Notsituationen befinden, weisen häufig starke
Defizite in ihrem Sozial- und Lernverhalten auf. Die Erlebnispädagogik
bietet den Kindern in einem meist neuen und unbekannten
Umfeld die Möglichkeit, alte Verhaltensmuster abzulegen.
Ihr Verhalten in der Natur und in der Gruppe weist einen engen
adäquaten Zusammenhang mit der Art des Zusammenlebens
und dem persönlichen Wohlbefinden auf. Stärken und
Schwächen erscheinen in diesem Umfeld klarer, weniger
versteckt. Dies ermöglicht eine direkte, zielgerichtete
pädagogische Arbeit. Durch elementare Erlebnisse und Lernerfahrungen üben
sich die Kinder in ihrem Sozialverhalten und erleben Fortschritte.
Sie machen Erfahrungen mit neuen Beziehungsmustern.
Weiter bietet
die erlebnispädagogische Arbeit die Möglichkeit,
in konzentrierter Form zahlreiche Informationen über die
Kinder und ihren Entwicklungsstand zu erfahren, was im Bezug
zu mögliche Abklärungen betreffend Nachfolgelösungen
hilfreich für Zuweisende Stellen und Behörden sein
kann.
Die Erlebnispädagogische Arbeit ist eng mit der Alltagspädagogik
und der internen Sonderschule vernetzt. In Projekten werden
mit den Kindern, deren Eltern und Zuweisenden Stellen klare
Ziele vereinbart, welche den Aufenthalt in der Institution
unterstützen sollen.
Umfang der Erlebnispädagogik
Wir führen während eines Kalenderjahres sechs erlebnispädagogische
Projektwochen (teils gruppenspezifisch, teils gruppenübergreifend)
durch. Zudem werden jährlich 4 Erlebnispädagogische
Wochenende durchgeführt. Die Projekte finden Quartalsweise
in Bezug zu den Jahreszeiten statt. Dies ermöglicht in
der Regel allen Kindern während ihres Aufenthaltes im
Chinderhuus die Teilnahme an einer Projektwoche und einem Wochenende.
Unsere erlebnispädagogischen Mittel
Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der erlebnispädagogischen
Arbeit haben sich folgende Mittel zu den jeweiligen Jahreszeiten
bewährt und verankert:
| Winterprojekt |
|
Schneeschuhwoche |
| Frühlingsprojekt |
|
Wandern und Orientieren im Gelände |
| Sommerprojekt |
|
Trecking mit Übernachtung
im Biwak
(dauert als einziges
Projekt 8 Tage) |
| Herbstprojekt |
|
Klettern |
Je
nach äusseren Bedingungen können sich in der
Planung Änderungen ergeben. Es gab auch schon im Frühling „Schneeschuhwochen“…
Die Mittel werden in der Regel auch an erlebnispädagogischen
Wochenenden oder in der Freizeitgestaltung an Sich eingesetzt.
Transferarbeit
Es ist uns in der erlebnispädagogischen Arbeit wichtig,
die Erlebnisse in den Alltag transferieren zu können.
Aus diesem Grund versuchen wir die Erlebnispädagogik möglichst
eng mit dem Aufenthalt im Chinderhuus, aber auch mit dem Auftrag
von Eltern und Zuweisenden Stellen zu vernetzen. Wir arbeiten
innerhalb von erlebnispädagogischen Projekten zudem mit
Hilfe von sog. Belohnungskarten, welche die Transferarbeit
weiter unterstützen.
Qualität und Sicherheit
Wir versuchen, Risiken in erlebnispädagogischen Projekten
auf ein Minimum zu reduzieren. Aktivitäten werden stets
geplant und im Sinne der Verhältnismässigkeit durchgeführt.
Die Institutionsleitung ist über Projektaktivitäten
während der Planung informiert. Wir verfügen betriebsintern über
Sicherheitsrichtlinien und Qualitätsstandards.
Wir sind
zudem bestrebt, unsere Arbeit laufend weiter zu entwickeln
und beteiligen uns aktiv in der Fachwelt der Erlebnispädagogik.
Als Institution sind wir Mitglied des Verbandes „Erleben
und Bildung in der Natur“.
Das Chinderhuus Ebnit ist Mitglied des Fachverbandes „Erleben
und Bildung in der Natur“ www.erbinat.ch
Als aktives Mitglied des Verbandes arbeitet das Chinderhuus
Ebnit nach den Qualitätskriterien von ERBINAT.
Selbstverpflichtung
Qualitätskriterien ERBINAT (PDF)
Das Chinderhuus präsentiert
sein „Erlebnispädagogisches Modell“ in der
Fachzeitschrift „Erleben und Lernen 2/2006“.
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des ganzen Artikels (5 Seiten, PDF 430 kB) |